altes - beauty - studium/leben - fashion

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Ein kleines Sammelsurium aus altem Plunder, ein wenig Beauty und SchiSchi, dem dämlichsten Studium der Welt, einem Leben im Schweinsgalopp, garniert mit etwas Kitsch und Schnickschnack!

Donnerstag, 29. März 2012

Rituale am Morgen vertreiben Kummer und Sorgen

Guten Tag meine lieben Leserleinchen,

die Sonne lacht heute nicht. Aber das macht nichts. Ich habe heute so gute Laune, dass es schon fast ekelhaft ist, mit mir in einem Raum zu sitzen. Die Sonne lacht mir aus dem Arsch. Und das ist gut so, sehr gut sogar.

Mein Inneres wurde befreidigt. Ich wurde erhört. Nein, nicht wie ihr meint. Ich wurde nicht vom Schnuckel gestern an die Betonwand getackert und von oben bis unten abgeleckt. Weder von ihm, noch vom Tierchen, noch von irgendjamand Anderes. Ich wurde von niemanden abgeschlabbert, ich glaube, dass ich noch nicht mal heute morgen den obligatorischen Schmatzer bekam.
Kurzer Einschub gefällig? Morgenritual gefällig? Liebessuppe?

Also, Tierchen steht früh auf, der arme Tropf ist Pendler. Also geht er bereits um dreiviertel 6 aus dem Haus. Minzi schläft auf Muttis Decke unten an den Füßen. Meistens trollt sie sich abends aus dem Schlafzimmer und ich bleibe traurig zurück. In der Nacht wache ich meistens auf, ziehe die Decke nach oben und emfinde dann meist ein tiefes, beruhigendes Glücksgefühl, wenn ich Widerstand bemerke.
Ja... Gottseidank. Sie ist da. Das Kind ist da. Muttl, du kannst nun beruhigt wieder einschlafen. Sie ist da, sie liebt dich.
Und so schlummert die kleine Familie glücklich und zufrieden und setzt die kleine aufregende Reise durchs Lummerland weiter fort.

Der Wecker klingelt. Jappsy reckt und streckt sich. Sie macht einen Katzenbuckel und kurz vorm Erreichen des maximalen Streckungsgrad zieht sie ihre Mundwinkel immer leicht nach oben, sodass die fürchteinflössenden Eckzähne des Raubtieres sichtbar werden. Ich meine, sie lächelt. Sie wird geliebt wie ein Kind. Vom Vatl und der Muttl. Sie weiß das. Sie lächelt.
Der Wecker schlummert. Er klingelt erneut. Jappsy steht auf. Der Vatl auch. Während er sich im Dunklen am Bettrand seine Socken anzieht, läuft sie schon ins Bad und springt aufs Waschbecken.
Sie wartet auf den Vatl. Der hingegen muss sich noch die Sandlerhosn anziehn.

Verstehe einer, warum man sich für den Weg ins Bad, wo die Klamotten für den Tag bereitlegen, noch die Sandlerhosn anziehen muss. Aber jeder soll seine kleinen Marotten haben.
Jappsy wartet also. Sie hat schließlich Durst nach so einer langen Nacht. Da Vatl putzt die Zähne, die Jappsy trinkt aus dem Wasserhahn. Ja, sie ist eine kluge Katze. Vatl klug, Muttl klug, Jappertz klug.

Sie säuft ausschließlich vom Wasserhahn, der Kloschüssel oder dem Aquarium. Kommt man von einem längeren Ausbleiben nach Hause, schmeißt sie sich am Boden, streckt sich, schmeichelt sie Herrchen und Frauchen, rennt schreiend ins Bad und dreht sich suchend um. Muttl, Wasserhahn auf, aber flott.

Nun weiter im Morgenprogramm. Sie trinkt also, Tierchen schmeißt sich in seinen Arbeitsdress, der aus Tshirt, Jeans und Pullover besteht. Er wäscht seine drei Haare mit Balea Volumen und Stand Shampoo, kämmt seine drei Haare über die Geheimratsecken und streicht sich Gel in die Haare. Er trägt eine leichte Art eines Irokesenschnittes. Aber nur minimal. Manchmal erinnert mich der hintere Teil an einen Dinosaurierkamm. Tiranosaurus Rex, oder wie heißt das Vieh?

Also Mr. Dino stylt sich hübsch für seine Lieblingssekretärin, für die er übrigends jeden Morgen Kaffee kocht. Ja, ihr lest richtig. Er macht für sie Kaffee. Ich dagegen muss mir erst von meinem armseligen Stundentengehalt so nen hundsmiserabligen Kaffeevollautomaten kaufen, damit jemand für mich Kaffe macht.Normal ist es umgedreht. Aber bei Tierchen machen die Dinos morgen den Kaffee. Dafür schenkt ihm dann die gute Frau den Kaffee ein.
Eine Symbiose. Eine Symphonie der Zärtlichkeiten.

Nein, ich bin nicht eifersüchtig. Die Dame würde sich wahrscheinlich über EIN graues Haar freuen, und nicht wie ich in einen hysterischen Anfall ausbrechen, und auch sicherlich über die Erkenntnis, dass Regenbogen-Strech-Radlhosen selbst bei einem Freizeitausflug ein absolutes Upperclass-Nogo sind. Ton in Ton. Regenbogen-Radler, Regenbogen-Kappl. Zwar an sich und in sich stimmig, aber aussehen tuts halt einfach nur unschön. Beschissen, um es unbeschönigt zu sagen.

Mr. Dino ist also fertig einbalsamiert, gestylt und es ist höchste Eisenbahn. In wenigen Minuten geht der Zug. Also rennt er ins Schlafzimmer, begleitet von einer galoppierenden Jappertz. Er peilt die Lage. Wie liegt die Muttl? Liegt sie mit dem Gesicht nach Außen, nimmt er die Außenkurve übers Bett, die Jappertz quer über die Mutt. Liege ich mit dem Gesicht zur Tür, hechtet er über seinen Teil des Bettes und haut der Mutt so einen Schmatzer hin. Die Uschi grunzt zur Bestätigung, zur Kenntnisname.
Vatl sprintet aus dem Zimmer, Jappy hintennach. Sie verabschiedet ihn an der Tür, dreht ins Schlafzimmer ab, schleckt der Muttl über die Nase und haut sich nochmal mit ihr eine halbe Stunde aufs Ohr. Eine halbe Stunde, denn dann ist es wieder Zeit für einen Drink.

So, das war der kurze Einschub, meine Damen und Herren. Und so glaube ich heute nicht mal diesen Kommunionsschmatzerl bekommen zu haben.
"Mir hats bresiert!" ist keine Ausrede.
"Mir hats bresiert! Es tut mir furchtbar schrecklich leid" ist keine Ausrede.
"Mir hats bresiert! Es tut mir furchtbar schrecklich leid, aber ich habe eine kleine weiße Rose dabei" ist ein guter Anfang einer Ausrede.
 "Mir hats bresiert! Es tut mir furchtbar schrecklich leid und als Entschädigung habe ich für dich eine kleine weiße Rose und eine limierte rosa Puder Paula dabei" ist eine Ausrede.

So, nun zum eigentlichen Thema. Ich befinde mich ja momentan in der Bewerbungsphase für mein Praxissemster und heute habe ich doch tatsächlich den Termin für ein Bewerbungsgespräch in meiner Favouritenfirma bekommen. Hier habe ich bereits meine Ausbildung absolviert und wies der Zufall will, ist die Stelle genau in meiner alten Abteilung. Die Beschreibung hätten sie sich sparen können. Einfach "Wie für Uschi gemacht" hätte ausgereicht.
Nun heißt es bis Dienstag ein vernünftiges Outfit zusammenstellen. Schuhe sind bestellt. Was für ein herrlicher Anlass in Schuhe zu investieren. Wäre es aber auch nicht ein herrlicher Anlass hier in eine neues Blush zu investieren? Brauche ich neue Unterwäsche?

Mein Vater, der auch meine Steuererklärung macht, will es nur immer nicht verstehen, wenn ich ihm die Rechnungen präsentiere. Ich will hier nicht hübsch aussehen, ich investiere ich meine Zukunft! In die Zukunft Deutschlands. Was soll aus unseren Kindern nur werden, wenn sie vor lauter Geldsorgen, der Kluft aus Arm und Reiche nicht mehr wissen, wie ein vernünftiges Blush aufgetragen wird?

Das Tierchen will es auch nicht verstehen. Ich kann hier wohl nicht mit den alten ausgelatschten Weibchenabend-Tanzbein Pumps ankommen, in denen ich schon meine größten Räusche und Abstürze bestritten habe. Das wäre unpässlich.
Also müssen wohl neue Schuhe her. Nachdem ich ihn ein wenig hingedrifelt und gejammert habe, hat er sich darauf eingelassen, dass er diese überaus wichtige Investition für die Zukunft seiner großen Liebe tätigt.

Ja, er ließ sich nicht lumpen, mein werter Herr. Ganze 30 Euro dürfen die Schuhe kosten. Ha, eine meiner leichtesten Übungen, Schlapfen für 30 Ocken zu ergattern.
Wenn dann aber Blut kommt, dann muss er mit den Konsequenzen leben, ewiges Gejammere zu hören, und sich damit abfinden bald eine Art Zementsack, eine Art Uschi auf seinen Rücken zu schleppen.

Wer sein Auto liebt, der schiebt.
Wer sein Weibchen liebt, der trägt.

Eure Uschi

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