altes - beauty - studium/leben - fashion

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Ein kleines Sammelsurium aus altem Plunder, ein wenig Beauty und SchiSchi, dem dämlichsten Studium der Welt, einem Leben im Schweinsgalopp, garniert mit etwas Kitsch und Schnickschnack!

Freitag, 6. April 2012

Scheiß auf den Starnberger See

Hallo meine Lieben, Guten Morgen ihr Osterhäschen,

ja, scheiß auf den Starnberger See. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Ich bin hier in meinem Revier. Und nein, ich sitze hier nicht voller Ungeduld, wann es endlich losgeht. Nein, ich sitze nicht hier, und überlege mir welches Blush auserkohren wurde und die Ehre erhielt, mich auf diese Reise begleiten zu dürfen.

Nun sitze ich hier. Hier auf meinen Chefsessel, hier in einer rosakarierten Schlafanzugshose, hier in Tierchens rießigen alten Fleecepullovers. Ich sitze hier im Schneidersitz wie ein kleines Kind auf meinen Thron und stopfe mir trotzig und äußerst unvernünftig ein Osterbrot hinter die Kiemen.

Ach menno... Alles kacke...
Im wahrsten Sinne des Wortes. Wir haben hier Magen-Darm und Grippe im Angebot. Ist das nicht herrlich? Und die Uschi, frisch und froh, wie die Maus im Haferstroh. Ich bin putzmunter, ich könnte starten. Ich wäre bereit. Ich wäre bereit, mich trotz des ekelhaften, kalten, nassen Wetters in die Pumps zu stürzen und in den Märchenwald zu galoppieren.

Das war das Ziel, der Märchenwald bei München. Ein Kinderparadies mit Erinnerungen. Bzw. keinen Erinnerungen. Mein Vater war letztens ziemlich angepisst. Nachdem wir uns an so ziemlich keinen der zahlreichen Ausflüge aus unserer Kindheit erinnern konnten, hätte er sich wohl gewünscht, dieses Geld lieber in einen seiner 345ten Modellflieger zu investieren, die dann sowieso wieder abstürzen.

Ja, das war unser Wochenendprogramm der Kindheit. Entweder Ausflüge wie z.B. in den Märchenwald oder der Flugsport.
Ab auf ein nahes Feld, eine Wiese, die in Hangstufen bergab ging. Vatl baute selber die Flieger, war äußerst stolz auf seine Lieblinge. Lackierte sie in den verrücktesten Farben. Aha, jetzt fällt der Groschen. Daher meine Nagellackvorlieben. Also, er steckte ziemlich viel Liebe und auch ziemlich viel Geld, dass ich nun gerne sinnvoll investieren würde, in seine Schätzchen.

Die restlichen drei Weibchen, Muttl, Schwester Gargi und meine Wenigkeit mussten sich nun in großen Abständen auf der Wiese verteilen. Warum wohl? Na klar, sonnenklar, sie musste gut aufpassen, wo die Teile abstürzten, wenn es so ein Ding mal wieder in der Luft zeriss.
Stürtzte das ganze Fluggerät ab, so musste natürlich sofort jemand zur Stelle sein, um das Ding zu bergen. Er schrie dann wie verrückt, fluchte wie ein Postkutscher, riss sich die Fernsteuerung runter, trat vor Wut irgendwo dagegen und nahm dann die Beine in die Hand, um uns zusammenzuscheißen, weil wir nicht wussten, wo das Höhenruder abgeblieben ist.
"Für was hab ich euch na dabei, wennts ihr net schauts, wo des Glump ist! Hopp, alle Mann ausstrahlen! Suchen! Da Baba schaut sich derweil den Flieger an!"

Ach, was machten wir mit. Der verrückte Tüftler erfand, zu damaligen Zeiten vielleicht technisch wirklich hervorragend, eine Art Fernbedienung, um aus den fliegenden Ding einen "Fallschirmspringer" abzuschmeißen. Die Aufregung war groß. Voller Vorfreude. Voller Euphorie. Der Suba Baba.
Bis wir den Fallschirmspringer endeckten....
Was kann man einem Kind schlimmeres antun, neben einen blutigen Ohrwaschels von einem startenden Rotorblattes, als seine Barbie von einem fliegenden Flugzeug abzuschmeißen???

Start! Der Auslöser betätigte sich, es dauerte etwas. Ah! Jetzt! Die Barbie wurde abgeschmissen. "Hey, subba, oder? Schauts hi! Schau wia schee de Barbie schwebt! Mei! Subba hat des da Baba gmacht!"
"Ja, subba, Baba....!"
Es tat einen Windstoß, der "Fallschirm" zeriß, die Barbie stürzte in den einzig vorhandenen Baum.
"Omei, etz hängts drin, da oben, de Barbie. Ja, da kann da Baba aber net raufkrakkeln. Also, geh ma! Packs mas!"

Komisch, an den Märchenwald kann man sich nicht errinnern, an das Trauma mit der verlorenen Barbie ganz genau...

Und nun sitzt ich hier, anstatt im Märchenwald meine schwere Kindheit aufzuarbeiten. Nun sitzte ich hier mit 5 Flaschen Weißwein und werde das Wochenende einsam und traurig auf meiner Couch verbringen. 
Was heißt einsam? Ich hab doch meinen Weißwein....Prost Uschi! Frohe Weihnachten!

Ja, Frohe Weihnachten... Das hab ich Volldepp gestern auch bei der Verabschiedung bei meinem Vorstellungsgespräch gesagt. Kann man sich jetzt eigentlich noch blöder anstelln?

Eure Uschi

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