altes - beauty - studium/leben - fashion

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Ein kleines Sammelsurium aus altem Plunder, ein wenig Beauty und SchiSchi, dem dämlichsten Studium der Welt, einem Leben im Schweinsgalopp, garniert mit etwas Kitsch und Schnickschnack!

Freitag, 18. Mai 2012

Wer hat das Leiterwagl geklaut?

Guten Morgen meine Lieben,

verquollene Augen mit kräftigen Schatten, bei denen selbst die wunderbare Concealer-Palette von Catrice mit dem rosa-Ton nicht mehr wirklich was erreichen kann.
Eine kurze Nacht. Das fleißige Mädl hat bis 24 Uhr gearbeitet und ist dann ins Bett gegangen, um wachzuliegen. Ja, Tierchen, ich dich auch. Bis zum Himmel und wieder zurück.

So, kommen wir zum Anlass der Müdigkeit: der Vatertag. Er schlaucht uns wohl alle. Wie jedes Jahr. Wie gestern hier schon geschrieben, gabs ja bereits seit 14 Uhr kein Lebenszeichen von meinem Schätzchen. Und ich muss ihm rechtgeben: Im Jahre 2012 sollte es bei gerade bei einer Vatertagswanderung nicht passieren, dass Mann sich 4 Stunden im Funkloch befindet. Alleine die Tatsache, dass in unserer allgegenwärtigen medienträchtigen Welt ein 4-Stunden-großes-Funkloch exisiertieren kann, ist schon eine Spektakel, ja fast eine Bild-Schlagzeile für sich.
Kennt ihr die schwarzen Löcher aus dem Weltall, bei dem selbst die ausgefuchstesten Wissenschaftler nicht wissen, was die Dinge sind, was sie tun und wie sie zu lokalisieren sind? Sozusagen eine Nirvana? Kennt ihr? Ja, und in genau so einem schwarzen Loch saß also gestern das kleine Tierchen. Das kleine Tierchen, einsam und verlassen, mit seinem Leiterwagl und seinem Kasten Bier.

Nach 4 Stunden hatte er sich dann aber erfolgreich aus dem schwarzen Loch gekämpft und setzte einen Beruhigungsanruf ab: "Hooooooooollllllllllloooooooo. Alles ok". Tut, tut, tut. Aufgelegt. Ich dich auch. Bis zum Himmel und wieder zurück.

Gegen 22 dann der Anruf, ob ich die Herren nicht abholen könnte, weil er den Berg unter keinen Umständen mehr hinaufschafft. Also gut...

Ich fahre los zur abgemachteten Position: ein einsames Tierchen torkelt mir vor den Autowagen, ich sehe die Schlagzeile schon vor mir: Frau überfährt an Vatertag ihren eigenen Mann tot!
Aber dem Himmel sei Dank habe ich ja neue, blitzeblanke Bremsbeläge, sodass der Herr bis auf ein leichtes Touchieren des Kopfes am Türrahmen des Automobils fast unverletzt in das Wageninnere gelangt.

"Tierchen, wo sind die Anderern? Wo sind deine Sachen?" Seine Antwort war ein Grinsen und ein "Uschi. Uschi, du bist meine Uschi!". "Ja, deine Uschi... Wo ist etz dei Glump?" Antwort war dieses Mal ein Tätscheln meines Kopfes. Zefix, fahrst halt mal zum Wirtshaus. Ah ja, da steht ein Kamerad. Ich fahre direkt vor ihn hin und schon registriert er es, dass wohl ein Taxi nach Hause winkt. Der dritte Kumpane, drei Meter entfernt, machte derweil ein Nickerchen im Stehen und musste auch erst seperat angefahren werden, um zuzusteigen.

Beim letzten Homo Saphiens war das Sprachzentrum komplett heruntergefahren. Er brachte nur noch heraus, dass er sich bereiterklären würde, beim Pornodreh mit Tierchen und mir als Hauptdarsteller, die Kameraführung zu übernehmen. Sehr gut, dann wäre dieser Punkt wenigstens geklärt und ein Problem beim Aufstieg zum Pornosternchen bewältigt.

Und nach diesem Satz machte er wieder ein kleines Nickerchen, bis er wieder wachwurde, um zu verkünden, dass er nun gerne pfurzen würde. "Mister X, ich warne dich!" Es dauerte einen kurzen Moment, ein Moment der Stille. Mister X neigte sich ein wenig zur Seite. Puuuuuhhhh das ist ja nochmal gut gegangen, jetzt schläft er wieder ein... Von wegen, er hob die Arschbacke, um seinen  bereits ankündigten Darmwind den Weg nach draußen etwas zu erleichtern. Und nach der Lautstärke und der Frequenz zu urteilen, kann ich auch noch froh sein, dass er mir nicht auf die Rückbank gekackt hat.

Nachdem also die Stimmung an bayerischer Gmiatlichkeit nicht mehr zu überbieten war, ging die Suche nach den Habseligkeiten weiter. Die Telefonkette wurde alamiert. Und wenn ihr denkt, sie hätten nur eine Jacke oder so liegengelassen. Nein, das komplette Leiterwagl mit 4 Kistl Bier, Rücksäcken und Jacken war wie vom Erdboden verschluckt. Naja, kann man ja mal vergessen... Das wäre ja alles noch nicht so schlimm, wenn nicht die hypermoderene, braun-orangen Kühlbox von Tierchens Mutti auf diesem besagten Leiterwagen ihren Platz gefunden hätte.
"Tierchen, ist doch etz wurscht. Dann kaufst halt einfach a Neue!" "Bist du narrisch, sowas kriegst ja heutzutage gar nimmer!" "Hast a wieder recht. So was Hässliches würde heutzutage von der Stylingpolizei gar nicht mehr durch die Endkontrolle gelassen werden!".

Nun ja, das Ende vom Lied war ein Hinnehmen des verschwundenes Leiterwagls. Ich vermute, dass es beim vorletzten Wirtshaus friedlich im Hof stehen wird. Anscheinend hatten sie da schon genug getankt, sonst hätten sie es ja spätestens nach 5 Minuten gemerkt, dass kein Gerstensaft verfügbar ist.

Nachdem bei der Heimfahrt der Pfurzkönig unter der Fahrt mehrmals aussteigen wollte, weil er noch seine Holde besuchen wollte, fuhr ich also mit Kindersicherung weiter, setzt ihn bei seiner Liebsten ab, mit einem hämischen Grinsen und einer netten Kurznachricht: "Viel Spaß mit deinem Liebsten. Er kann wieder mal nicht mehr sprechen. Aber pfurzen, das kann er. LAUT. IN MEINEM AUTO!!!!"

Und wenn ihr nun denkt, dass das die einzigen zwei Geschichten sind, dann irrt ihr euch sehr. Meine Mutter wollte ihm zum letzten Geburtag einen Sturzhelm für die Ausflüge schenken. Sagt das alles?

Eine Woche vor dem letzten Vatertag, bei dem er sich das Hirn spaltete, wie ich euch ja gestern hier berichtet habe, ging er nach dem Ausflug um 6 Uhr morgens noch zum ortsansässigen Bäcker und half als nächstenliebender Mensch dem Bäcker beim Tauchen der Croissaints-Spitzen in Schokolade. Ebenso war er wohl zuständig für die Käsestangen. Der Chefbäcker wollte sich vom Bräunungsgrad der Käsestangen höchstpersönlich selbst überzeugen und muss wohl wieder etwas mit dem Hirnkastl an den Temperaturenherd gestoßen sein. Resultat: eine 2€-Stück große, eiternde Brandblase mitten am Hirn.

Die Woche drauf: die Hirnspaltungsaktion.

Zwei Wochen darauf gings aufs Partyboot. Tierchen, schlecht beieinander, besaß noch soviel Hirn, nach dem Anlegen des Schiffes den letzten Zug nach Hause zu nehmen. Aber mein Liebster ist ja so gscheit, der braucht nicht wie alle anderen, fürchterlich dummen Menschen den langen Weg zu den Zuggleisen des Hauptbahnhofes gehen. Mein kluger Kerl nimmt die Abkürzung übers Gleisbecken, strauchelt, stürtzt und lässt sich auf der Gegenseite von der Polizei wieder mit einem blutigen Ohr und einer blutenden Kniescheibe und 40€ weniger herausfischen. Ich halte nichts von Geldstrafen, aber ich finde für die Blödheit der Polizei übers Gleis in die Arme zu laufen, würde ich noch eine Null hinten dran an die 40 € hängen.

Und nun seht ihr: es ist wichtig, hat oberte Priorität, dass er sich regelmäßig bei Ganztagesausflügen bei mir meldet. Es ist wohl keine übertriebene Vorsicht.

Und nun schließen wir den Kreis und kommen zurück zum Abschluß des gestrigen Abends:
Tierchen ging ins Bettchen, er hatte Kopfschmerzen und nach dem aprupten Aufspringen und sprinten ins Klo, war wohl auch die Currywurst nicht mehr ganz taufrisch.


                                                                      Eure
                                                                    Uschi!

Kommentare:

  1. Anonym5/18/2012

    Oh, solche Geschichten kommen mir so bekannt vor. Einfach herrlich und gut zu wissen, dass auch andere solche Tierchen zu Hause haben. :-)

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  2. hahaha,,,schadenfreude ist die schönste freude???? aber nein, ich bin nicht schadenfroh...arme uschi, denn tierchen hat sich alles selbst zuzuschreiben, ;-)

    übrigens könnte er auch harry potter heissen...mit den vielen malen am kopf...lol...(...keine schadenfreude ;-))
    LG

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  3. Lockenkopferl5/18/2012

    Das war heut meine Mittagspausenlektüre. Und ,was soll ich sagen ... Ich was amüsiert. Sehr sehr sehr amüsiert! ;-)

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  4. Anonym5/18/2012

    Die Uschi, das Tierchen und der Vatertag! :) Schade, dass heute keine FH war... Letztes Jahr haben mir die Geschichten die Tränen in die Augen getrieben, als ich sie live von der Uschi berichtet bekommen hatte. Dieses Jahr hat es sogar der Post geschafft! Der Prof hätte mich hochkant aus der Vorlesung geworfen!! :)
    Ich hoffe, du hattest heute genug Zeit, dich von den Strapazen zu erholen!!
    Liebe Grüße, Ordnung

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