altes - beauty - studium/leben - fashion

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Ein kleines Sammelsurium aus altem Plunder, ein wenig Beauty und SchiSchi, dem dämlichsten Studium der Welt, einem Leben im Schweinsgalopp, garniert mit etwas Kitsch und Schnickschnack!

Dienstag, 2. Oktober 2012

Grandma, I´m in love with you!


Guten Tag meine Damen und Herren,

herzlich willkommen in der tristen, stillen  und so gar nicht mehr bunten Uschi-Welt.
Was ist bloß los mit Uschi? Wo sind die strassbesetzten GlitterFlitter-Pumps? Wo bleiben ihre sinnlosen Geschichten mit ihren BlaBla ums tägliche Leben?
Wird ihre lächerliche, oberflächliche Sucht nach buntem Glitter, SchiSchi und Lipstick weiterhin befriedigt? Und die wichtigste Frage überhaupt:
Gibt es den Nikolaus tatsächlich und wird er uns mit russgeschwärzten Gsichterl einen Tiffany Ring unter den Weihnachtsbaum legen?

Kurz gesagt: ich habe keine Zeit. Ich bin schließlich nun Praktikantin. Faktum: Die Zeiten des lockerlässigen Studentenlebens sind vorbei.
Wobei, wenn ich es so recht bedenke hatte ich aufgrund meiner fehlenden Grundinteligenz noch nie ein lockerläsiges Studenten-Sandl-Leben. (Herzlichen Dank an dieser Stelle an das vererbte Genmaterial einer Hausfrau, deren einziger Sinn darin besteht pünktlich um 14 Uhr bei „Sturm der Liebe“ ihrem übergewichtigen Kater eine Leberwurststulle zu servieren.)

Und so marschiere ich zwischen 5 und 6 Uhr morgens an meinem Arbeitsplatz, lese meine Emails, schlage die Hände über den Kopf zusammen,
ziehe meine 7-Meilen-Stiefel an, laufe los, erledige Botengänge, treibe immer schön brav lächelnd meine gackernde Hühnerscharr zusammen und mach noch so nebenbei ein klein wenig
Ingenieurstätigkeiten. So gegen 17 Uhr tragen mich dann meine kleinen kurzen Beinchen zu meinem Automobil und ich brause zum nächsten Einsatzort, der da momentan mein Elternhaus ist.

Denn während Muttl und Vattl sich genüsslich drei Wochen auf den Kanaren mit halbnackten Körpern im Sand pflätzen und die Gunst der Stunde nutzen, um eine brandneue Sequenz der Strandung
Moby Dicks in zweifacher Ausführung (in Stereo sozusagen) abzudrehen, macht Uschi im Elternhaus den Haus-und Hofclown.
Was nichts anders heißt als den 8kg-„Spitzbub“ alias „Leberwurschtminzi“ und 2 höchstgradig verwirrte Senioren zu betreuen. Woche 3 des Programms ist angebrochen und von den „Wir hatten ja nichts – 3 Kartoffelnl im Stahlhelm… und davon waren 2 noch kaputt!“ sind wir nun auf einen kurzen Umweg der Geschichte von Hauptmann Strizel bei „Wir hatten ja nichts – kein Auto. Nur nen Panzerspähwagen“ angekommen.
„Attentione. Aufmerksamkeit. Panzerspähwagen. Volume 398. Uuuuuuuund Aktion!“

Aber sie sind ja nicht nur lästig, die Großeltern. Wenn auch äußerst verpeilt, weltfremd und mit Darmproblemen behaftet, liebt man sie doch. Sie sind die Vorbilder der Kindheit. Der Großvater, von Beruf her Gärtnermeister und Mitarbeiterschreck wurde von jeher als fleißiges Bienchen angehimmelt und die Oma war immer bereit einen „Hubbla Bubblara“ springen zu lassen. 
Wirklich bewundernswert am  angehimmelten Opa ist zwar nicht das Phänomen, wenn er an der vollbesetzten Kaffeetafel mit einem kräftigen Donnerschlag seine scheinbar tadellos funktionierende Verdauung unter Beweis stellt, sondern die bedingungslose Liebe zwischen ihn und meiner Oma zu beobachten.

Ja, wer meine Großeltern beim alltäglichen Umgang miteinander sieht, der kann noch hoffen. Hoffen
auf die bedingungslose Liebe. Liebe, Vertrauen, Respekt.
„Jaja, und dann bin ich nach den Krieg nach Bayern. Wegen der Muttilein. Ja Mädchen, da kannst du mal sehen. Die Oma und ich sind nun 65 Jahre verheiratet. Gell, Muttilein! Und es ist noch wie am ersten Tag. Da kannst du mal sehen. Das muss man erstmal leisten.“

Die pflegebedürftige, kleine 45-kg-Oma sitzt nach einem Schlaganfall und langer Krankheit im Rollstuhl und ihr ewig schnatterndes Mundwerk ist verstummt. Ein Arm aufgestützt auf die Lehne des Rollstuhles. Kein Wort kommt über ihre Lippen. Keine Regung. Außer ein kleiner dürrer Zeigefinger, der sich beständig an den Kopf tippt oder die kleine Faust in seine Richtung erhebt und dabei erklingen leise, liebevolle gewisperte Kosenamen wie „Bock“, „Bulle“, „Jaja, ganz a Gscheider.“ „Trottel“ erwärmen mein Herz.

Ja, das ist sie: die wahre, große Liebe.

Eure 
Uschi
 
Und mein allergrößsten Dank geht heute an dieser Stelle an die heilige Jungfrau der Schrift für die grandiose Erfindung von Klorix Hygiene-Reiniger und Einweghandschuhen.



Kommentare:

  1. Sturm der Liebe läuft aber erst 15:10! ;)

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  2. Hab jetzt erst weitergelesen und bin sprachlos! Alles Gute für deine Großeltern! 65 Jahre, WOW!

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  3. Lockenkopferl10/02/2012

    Mei ,da Bock und s Muttilein... Ich mag sie. Ich kenn sie nicht ,aber ich mag sie.
    Und jawohl - ein HOCH auf die Jungfrau der Schrift für Danklorix ,brave Enkelinnen und die Liebe!

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  4. braves mädel♥
    deine grosseltern sind wunderbar!
    LG

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