altes - beauty - studium/leben - fashion

altes - beauty - studium/leben - fashion
Ein kleines Sammelsurium aus altem Plunder, ein wenig Beauty und SchiSchi, dem dämlichsten Studium der Welt, einem Leben im Schweinsgalopp, garniert mit etwas Kitsch und Schnickschnack!

Samstag, 29. Dezember 2012

Mit Motivation ins neue Jahr?

Guten Abend meine liebe treue Leserschar,

ja, lange lange ist es her, dass meine kleinen Finger über die Tastatur sausen und mir ein dabei ein Lächeln ins Gesicht zaubern.
Vorbei die tägliche Freude an netten Kommentaren, liebevollen Worten. Kommentare von treuen Leserinnen der ersten Stunde, meine lieben Weibchen, der lieben Frau Förster mit der Glückstaube auf dem Arm. Warmherzige Hilferufe vom anderen Ende der Welt. Ein herzliches Hallo an dieser Stelle an meine australische Leserin. Herzlich Willkommen im wirren Gedankenfluss.

Ja, um es kurz zu halten. Ich habe wenig Zeit. Meine Brötchen müssen verdient werden. Ich arbeite wieder Vollzeit.
Sprich, es fing mit einem Pflichtpraktikum in der Firma meiner Ausbildungsstätte und Wirkungsstätte als Programmiererin. Dreckige Maschinenluft schnuppern, Betriebsklima erleben, Freundschaften aufleben lassen und auch neue Freundschaften knüpfen. Was ging es mir ab...
Rumpiges Klima, gepaart mit schmutzigen Witzen. Der Spagat zwischen Luder, das dreckig mitlacht und Sekunden später der Chefetage fröhlich lächelnd Kaffee serviert.
Ja, ich arbeite wieder. Zwar wieder viel, aber jetzt sehr gerne. Mir wird klar, wo ich hinwill. Und zwar nur in eine Richtung. Hoch hinaus. Ich habe in den letzten Jahren einen Ehrgeiz entwickelt, dass ich auch ohne große genielastige Geistesblitze, nur mit Engagement und Fleiß die letzten Meter eines technischen Studienganges hinlege.

Ich.... Ich, die an sich nichts auf dem Kasten hat. Einfach mal nett lächeln und Kuchen mit viel Puderzucker servieren. Ich... die aus der Chaos-Familie, bei denen an Weihnachten eine Stimmung herrscht wie auf dem Oktoberfest. Ich... Die nur Unfug im Kopf hat...
Hätte man mich nach meiner Ausbildung gefragt, ob ich ein Studium schaffe, hätte ich wohl damit geantwortet, dass mir die Kraft dazu fehlen wird.

Aber gerade durch den Zuspruch, das Lob in beruflichen Dingen, wird mir wieder klar, auf was es doch eigentlich im Leben ankommt.
Rückgrat. Über den Dingen stehen. Auch als Frau den Mann stehen. Und sich denoch nicht schämen zu müssen, wenn man sich auch nur einfach mal eine Zeit lang nur anlehnt. Anlehnt an die starke Schulter. Zeiten erfordern unterschiedliches Handeln. Wer kennt es nicht? Das Gefühl, ausgelaugt zu sein. Das Gefühl, dass man sich nur noch die Decke über den Kopf zieht, sich einrollt, das Kinn auf die Brust legt und heult wie ein Säugling.
Aber, meine Damen und Herren, ich könnte euch jetzt was über regenerative Energiequellen und den Unterschied zwischen Reserven und Resourcen erklären, aber das juckt doch sowieso keinen von euch.

Also gehts nun um körperliche Reserven und Resourcen. Tief in einem stecken sie. Ja, ganz gewiss. Und gerade in der täglichen Arbeitswelt wurden sie mir wieder bewusst. Nach einem langen Arbeitstag mit 14 Stunden sitzen ausgewachsene Mannsbilder verkehrt herum auf dem Bürostuhl, die Kravatte baumelt nur noch um den Hals und sie drehen sich mit einem Kuchenstück in der Hand mampfend auf dem Drehstuhl um die eigenen Achse und jammern dabei. Ja, und dazwischen surrt ein kleines Pummelchen herum, baut das Buffett ab, lädt Getränkekisten ins Auto, schiebt die jammernden Kerle mit ihrem Stühlchen aus dem Weg und lächelt, weil sie es niedlich findet, wenn ihre Kollegen nur noch "Rakete" zu ihr sagen.

Und darum geht es. Die Füße tun weh? Man kann nicht mehr? Man ist fix und fertig? Ach, quatsch....
Rücken durch, kurz die Backen aufpusten, Ärmel hinterkrempeln und auf gehts.
Reserven mobilisieren, anpacken. Und wie es diese auf dem körperlichen Pfaden gibt, gibts die auch auf dem geistigen und zwischenmenschlichen Pfaden.

Wie sehr kann mich mein Liebster provozieren... Meine Herren... Mit 38 verschiedenen Geräten, die kreisrund mit 2976 verschiendenen Kabeln an den Fernseher angeschlossen sind und es unmöglich machen, mal kurz "Die Schöne und das Biest" anzukucken.
Ich könnte ihn erwürgen... Mit bloßen Händen... Und wieder wird mir eines klar: Geduld ist jetzt nicht unbedingt meine Paradediziplin...
Aber dann gehts wieder von vorne los. Durchatmen... Gedanken, an das was Wichtig ist. Das was zählt. Was man nicht missen möchte. Was einem Kraft gibt. Und der Gedanke, dass diese Kraft vielleicht sich sogar aus dem starken Magnetfeld aus dem dicken Kabelknäul hinter dem Fernseher, entwickelt hat, ist doch gar nicht mal so absurd...

Geduld? Nicht meine Paradediziplin? Nein? Warum muss ich dann gerade jetzt lächeln, wenn ich daran denke, dass ich schimpfend wie ein Rohrspatz androhe, sämtliche elektronischen Geräte über das Balkongeländer zu werfen? Dass der Gegenpart mir nur schmunzelnd und lächelnd mit "Ach Uschi, du bist doch meine Goasy! Du bist doch hier der Inscheniör!" das Köpfchen tätschelt?

Und nun schließt sich mein Kreis wieder. Gerade unsere kleinen Fehler binden uns aneinander. Die Kerben auf dem alten Küchentisch machen ihn zu dem was er ist. Kerben, die von Erinnerungen und Erlebnissen sprechen. Erinnerungen, die uns keiner nehmen kann. Kleine Giftzwerge, die störrisch aufstampfen, weil sie jetzt sofort ein Leberwurschtbrot wollen. Der in Nebel versunkene Gipfel des Vulkans von Bali im Sonnenuntergang. Warmer Sand zwischen den Zehen. Zusammengerollte Tennissockerl unterm Bett.
Und schon wieder zaubert er mir ein Lächeln auf die rosé gefärbten Lippen.

Neues Jahr - neues Glück. Greifen wirs an! Auf gehts, geh ma! Pack mas! Mach mas einfach besser! Mit Fleiß, Engament und Elan. Backen zusammenkneifen. Lernen wir aus Fehlern - lernen wir uns lieben. Lieben, wie wir sind. Mit unverkennbaren Ecken und Kanten.


Eure 
Uschi

Kommentare:

  1. Och wie grossartig, wieder von dir zu lesen. Wunderbarer Post, der mich nachdenken lässt, mich wiedererkennen lässt und mich schmunzeln lässt.
    Alles, alles Liebe und Gute für's neue Jahr.

    AntwortenLöschen
  2. Schön daß Du wieder da bist. Hast mit gefehlt. Puss & kram!

    AntwortenLöschen
  3. Fr. Förster12/30/2012

    Juhuu,
    mein Wunsch wurde erfüllt und das noch in diesem Jahr !
    Da hoff ich mal, dass die Motivation (dieses Luder) keinen Rückzieher macht!
    Schöne Gedanken und vor allem sehr schönes Lied, ich liebe es!
    Danke Uschi und rutsch suuuper gut ins neue Jahr!
    Deine treue Försterin

    Ach ja-ich hab vor Verzweiflung diese Woche schon die Weihnachtsgeschichten vom letzten Jahr gelesen und hatte so nen Spaß ...

    AntwortenLöschen
  4. Hallo liebe Uschi,

    wie schön. Endlich gibts wieder Lesestoff. Wie immer sehr schön geschrieben. Ich bewundere deinen Schreibstil sehr.
    Diese leichte beschwingte Art. Ich sehe dich tanzend mit einem bunten Regenschirm trällernd im strömenden Regen.
    Und dann kommt wieder so ein Post, der die pure Erwachsenheit und Sinnlichkeit ausstrahlt und einem zum Nachdenken anregt.

    Vielen Dank und viele Grüße, Sandra!

    AntwortenLöschen
  5. Australia@NewZealand2/09/2013

    Ach wie hab ich es vermisst! Und dann sehe ich es erst ein Monat spaeter und bin sogar noch erwaehnt. Welch Ehre! Vielen Dank fuer die Erheiterung auf meiner 6 Stunden Busfahrt von Picton nach Christchurch!

    AntwortenLöschen