altes - beauty - studium/leben - fashion

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Ein kleines Sammelsurium aus altem Plunder, ein wenig Beauty und SchiSchi, dem dämlichsten Studium der Welt, einem Leben im Schweinsgalopp, garniert mit etwas Kitsch und Schnickschnack!

Samstag, 2. November 2013

Werde ich Prinzessin oder doch lieber Feuerwehrmann?

Auch anders ausgedrückt: Luxusgöre oder Sparfuchs?
Ja, ich gebe offen und ehrlich zu: mein Verhalten gegenüber
Konsum und Gütern ist das ein oder andere Mal nicht immer 100%-ig nachvollziehbar. Und das kann ich keinem verübeln . Wie auch, wenn ich mich selbst oft frage, ob ich den Schuss nicht gehört habe. Den Schuss des Pfleitegeiers.
Greife ich bei dem ein oder anderen, ohne auch nur den leistesten
Hauch einer vernüftigen Überlegung, zu einem völlig überteuerten, unsinnigen
Luxusgut, setze ich im nächsten Moment bei einer sinnvollen Investition mein Leben im Discounter
beim Kampf um die letzte Matraze aufs Spiel. Wer braucht schon einen funktionierenden
Rücken, wenn man glänzendes Haar und Glow auf den Wangen hat?
Zu meiner Entschuldigung muss ich jedoch eins vorbringen:
Wer kann nein zu einer Uhr mit einem Kolibri sagen? Wer ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein.
Die 25te Uhr in diesem Jahr? Oh ja, gerne. Ich nehm die güldene! Ja, ganz genau die, die so schön funkelt.
Den neuen 3er BMW? Bitte in glänzenden Lakritzschwarz. Ausstattung? Luxury, Sport oder Modern Line?
Come on... Diletantische Frage, my dear. Kuck mal,wie die Chromleisten blitzen! Ich werd verrückt. Ich kann mir den Lipstick an meinen Leisten nachziehen. Scheiße, wie geil ist das denn bitte!!!! MakeUp-Leuchte? 80€? Ist das includiert?
Und wenn du schon dabei bist. 320d??? Come on...
Nebenbei erwähnt: Es geht hier nicht ums wollen, sondern ums brauchen. Das Leben ist kein Wunschkonzert, kein Ponyhof.
Ich brauche die 3-Liter Version (für Unwissende: schnelles Auto, viel Benzin, brumm brumm), um schnell
vom schönen Bayern ins schöne Frankfurt zu brausen, um mich hier mit 300 Millionen anderer jogginghosentragender
Mitbürger um Tshirts für 3 € in den Todeskampf zu stürzen.

Und schon setzt der Verstand aus. Verzogene Basicshirts für 3 Euro, Plastikblusen für 8,95€. Jippieehyeah, ich bin
dabei. Himmelhoch jauchzend. Das lass ich mir nicht zweimal sagen. Zum Schluss wird an der Kasse noch für läppische 7 € ein Türstopper in Form eines hässlichen
Hundes mitgenommen, der spontan in einer theatralisch untermalten Feuertaufe den Namen Paul erhält.
Man stelle sich nur vor, wie man bisher ohne einen hündischen Türstopper bis ins technisch fortgeschrittene Jahr 2013 geschafft hat. Ein fassungsloses Kopfschütteln lässt sich hier nicht vermeiden.
Und für den Schnäppchen-Knüllerpreis von 7 €. Man stelle sich nur mal vor, was so eine hundeförmiger, überlebensnotwendiger Türstopper bei Versace oder gar Armani gekostet hätte....
Nicht auszudenken. Aber 40€ für einen vernünftigen Basicpulli? Come on.... Lebensmüde oder was?
Da krieg ich bei Primark ja sieben, wenn nicht gar acht Exemplare.
Kommen wir zu Schuhen. Ballerinas. Wunderbare, samtig im weichen Licht schimmernde Nylons treffen auf feinstes Nappaleder.
Tja, fabelhafte Vorstellung. Der Alltag, die Realität, die Praxis ist dann aber wieder ein anderes Paar Schuhe. Im wahrsten Sinne des Wortes...
Was sich frühmorgens im Dunst der morgendlichen Nebelschwaden als fabelhafte Komposition darstellt, entwickelt sich bis in die frühen Abendstunde in eine Komposition ausgesprochen
 interessant anmutenden Nuancen. Man munkelt, dass diese in Fachkreisen auch Käsestelzen genannt werden. Mhhhmmm ja, da zieht man doch bei der Physiotherapie am Abend gerne die Schuhe aus.
Prost Mahlzeit. Und vorbei ist sie, die Show, der ach so feinen Dame, die eine Handtasche im Wert eines Kleinwagens am Handgelenk baumeln hat und sich davor die Lippen mit Bobbies bester Nuance des Jahrhunderts nachgezogen hat. Und ihren kaputten Rücken von der Discounter-Matraze wieder in Ordnung bringen lässt.
Und so werden vollig unnötige sündhaft teuere, absolut sinnlose Uhren, Ringe, Schischi dieser Welt gekauft, um die Hälfte des Jahres in ausgelatschten 10€-Schpringerl durch die Welt zu flanieren.
Wer braucht schon Füße?
Aber was das fürchterlich schöne ist, dass mir gottseidank trotz Luxus, Kaschmirschal und Rosenwässerchen von Cloé geblieben ist: die Freude an kleinen Dingen.
Und so kauft man sich im Rossmann eine Kaffeetasse mit Pünktchen, Schleifchen, Herzerl und einem grau-weiß karierten Bambi und schlägt damit freudestrahlend  morgens um halb sechs im Büro auf. "Guten Morgen, meine Hübschen. Seid ihr schon fleißig? Wie weit sind wir den mit den Schemen für Projekt XY? Bla bla bla. Ach übrigends: Ich habe eine neue Kaffeetasse. Ihr werdet es nicht glauben!! Rattet was oben ist. Ach, kommt schon. Raten!!! Es ist ein Reh drauf. Ein Rehlein. Eine Bambiiiiiiiiiiitaaaaaaaaaaaasssseee! Wuuuuuhhuuuuuu!"

Man trägt Bikerboots, die den kräftigen Kerlen dubioser Bikerclubs den Neid und die damit einhergehende Schamesröte ins Gesicht treiben würden. Zu derben Boots trägt man feenhafte Chiffonkleidchen, zarte Federnohrringe und brüllt quer durchs Büro, welcher gottverdammte Diletant die Bambitasse für seine beschissenen drecksverreckten Kaffee benutzt hat.
Kleinlaut schleicht ein Kerl, der mein Vater sein könnte, mit schuldhaften Blick und einer Bambitasse mit rosa-karierten Schleifchen in der Hand um die Ecke.
Und so, meine Damen und Herren, hat man sich seinen Namen gemacht. Nein, nicht mit einer Rolex, nein, nicht mit einem lackritzschwarzen glänzenden 6er Gran Coupe, auch nicht mit einer LV-Tasche, sondern mit einer Tasse mit Rehlein von Rossmann für 2,49€.
"Warum schreit die Frau so?" Und es schleicht der Lehrling im Tempo einer hochträchtigen Weinbergschnecke um die Ecke. "Weil sie es kann. Sie hat die Bambitasse! Sie ist eine Prinzessin!" (Sie ist in diesem Fall zufälligerweise ich.)

Eure
 Uschi

Sonntag, 20. Oktober 2013

Der Jahresrückblick einer Uschi und die Frage nach der wahren Liebe



Der etwas andere Jahresrückblick….
Ja, was brachte das Jahr 2013? Wir schauen zurück. Ja. Jetzt. Am 20. Oktober.
Und nicht am 25. Dezember. Am 25. Dezember sitze ich nämlich unter meinem Weihnachtsbaum.
Oder auch bei Familie und Verwandtschaft und versuche meine zarte Seele mit viel Glühwein, ja,
viel Alkohol zu betäuben­­­­.
Und die Gedanke kreisen um eine Reise in die Sonne. Merry Christmas, my dear. Nicht diese
blöden Enten und Gänse, nein, ich sollte irgendwo auf diesen Planten auf einer Teakholzliege
schmoren. 

Und Hollaridi, Glückwunsch. Frl. Uschi, sie schweifen ab. Sie schweifen ab vom eigentlichen Thema. Was ist 2013 passiert? Wie war das Jahr 2013? Erfolgreich? Glückselig? Nun ja. Sagen wir es so: gemischt. Ich hätte allen Grund darauf, stolz auf die Leistungen zu sein, die ich geschafft habe und das ich eigentlich in eine sorgenfreie, ja ich möchte fast sagen, glückselige Zukunft blicken kann.
Das Studium ist gewuppt, die Bachelorurkunde in meinen Händen, die mir bescheinigt, nun offiziell den Titel des Ingenieurs tragen darf. Und der Erkenntnis, dass es nicht ausgeschlossen ist, mit Blümchenjeans, einer PerlenSchiSchi-Statemente-Kette und den "Stiefeln, mit denen du jederzeit auf einen Bundeswehreinsatz abgerufen werden kannst" auf eine Baustellenabnahme zu fahren und den Jungs an anständigen Einlauf zu verpassen. "Was ist los mit der Frau? Immer hat sie gelacht und plötzlich hat sie gekreischt wie eine Furie?"
Persönliches? Was ist los im Jahre 2013? Beständigkeit? Vertrauen? Wertvolle Güter hegen und pflegen? Was gibt’s neues? Gibt’s was neues? Nicht im direkten Sinne. Aber neue Erkenntnisse, neue Einsichten bzgl. der weiteren Planung des Lebens.
Was ist Liebe? Ist Liebe selig und händchenhaltend springend auf einer bunten Blumenwiese? Wahlweise auch einfach grün-weiß gehaltene Gänseblümchen? Alternativ ein Kränzchen fürs spärliche Haupthaar aus besagten Blümchen für die Herren der Schöpfung. Kurzer Einwurf…
Meine Herren? Was ist los mit eurem Deckhaar? Wohin ist es entschwunden? Ist das die moderne Ernährung, dass man mit 28 dem Endstück einer Fleischwurst, wahlweise auch eines Lyoner-Ringes gleicht??? Schluss mit dummen Sprüchen über Orangenplantagen, Hagelschaden, Zellulose oder euren sonstigen abertollen Wörter am Mittagstisch.
Lieber eine Bindegewebsschwäche, die ich in tollen Jeans mit Used-Look, Denim, High Waist, Low Waist, Skinny oder was der Teufel verstecken (auch gerne in Blümchenleggins mit Rocker-Boots) kann, als einen frierenden, kalten säuglingsähnlichen Kopf mit Flaumansatz.
Zurück. Ist Liebe nun also einfaches SchmusiWusi, wie ich es gerne nenne. Wo fängt sie an? Wo hört sie auf? Wo fängt Vertrauen an? Wo greifen Vertrauen und Liebe inneinander? Ist Liebe gleichzusetzen mit Geld? Flins. Zaster. Moneten. Mäuse? Ist mein allseits angebrachter Spruch "Liebe vergeht. Tagwerk besteht" die Realität?
Und ich sage (klar und deutlich):JA! Denn beim besagten lieben Geld hört sich die Freundschaft auf. Und deshalb finde ich gibt es keinen größeren Liebesbeweis, als sein mühsam Angespartes seinen Partner, Familie, Freunden etc. anzuvertrauen.
Damit möchte ich mich nicht wie eine arrogante Zicke, pardon, geldgeile arrogante Zicke verhalten. Ich finanziere mir meinen Lebensunterhalt selbst. Seit meiner Lehrzeit. Ich möchte und bekomme auch keine teuren Geschenke von meinem Liebsten. 
Beim Restaurantbesuch zahl mal ich, das nächste mal zahlt er. Aber die Tatsache zu wissen, dass er mir jederzeit seinen ganzen Besitz anvertraut, meine Damen und Herren, DAS ist für mich ein Teilstück wertvoll erarbeites Vertrauen. Und leider Gottes messe ich Vertrauen in der heutigen Welt auch in irgendeiner Weise am Wohlstand.
Es gibt keine Geheimnise. Jeder weiß, was der andere hat und weiß dass er im Falle des Falles ohne großartiges Zögern bei Notfällen vom Anderen unterstützt wird. Und meine Damen und Herren, das ist für mich der krönende Abschluss von Liebe. 
Eine Beziehung auf der Basis der Liebe und Vertrauen - und das in allen Lebensbereichen. Ohne Ausnahmen. Auf allen Bereichen. Und beim Geld hört die Liebe nicht auf.
Und nun zurück.
Was ist nun Liebe? Ist Liebe tatsächlich selig und händchenhaltend springend auf einer bunten Blumenwiese? Es gibt zahlreiche Fragen, die uns das mit einem klaren Ja oder Nein beantworten.
Auf wenn kann ich mich verlassen? Wer steht zu mir? Wer steht bei mir? Wer steht bei Sonnenschein bei mir? Wer steht bei Kälte bei mir? Wer steht bei Regen bei mir? Und wer steht bei Regen, Schnee, Sturm, Blitz und Donner bei mir?
Wer lässt mich nicht alleine im Regen stehen? Wer kommt raus, legt mir einen gelben Regenmantel, grüne Hunter-Gummizwischpen (Notiz: Haben, Haben, Haben!!!) an, nimmt mich an der Hand und bringt mich wieder rein ins Trockene? Wer packt mich nach einer heißen Dusche warm ein, macht mir einen Tee und ist da? Ist einfach da!

Und damit wären wir beim Thema. Wie heißts so schön? Wie in guten, so auch in schlechten Zeiten. Eine Beziehung bei Sonnenschein ist schön. Schön einfach. Beständigkeit zahlt sich im herbstlichen Regenerguß aus. Was also machen, wenn man alleine im Regen zurück gelassen wird?
Weinen, heulen, schreien? Aufstampfen mit den Beinchen? Was bringts? Außer schlechte Laune? Nein, meine Damen und Herren. Das lass ich nicht zu. Es heißt, das Schicksal auszutricksen. Zähne zeigen. Dem Schicksal Zähne zeigen, ein Schnippchen schlagen.

Wie kann ich dem Schicksal die Zähne zeigen. Wut. Tränen. Hass. Vorwürfe. Ja, eine Möglichkeit.
Was bringts aber unterm Strich? Ganz egoistisch gedacht: Was bringt es mir, jemanden anderen,
Vorwürfe zu machen? Außer Frust, Intolleranz und die ersten grauen Haare?
Also, wie gehe ich um mit jemanden, der mich ohne einen buntgetupften Schirm im Regen stehen
Lässt? Der einen trockenen Platz mir vorzieht?

Und das einzige, was mir dazu einfällt, ist ein Wort, dass mir beim Gedanken an diese Gedanken immer wieder in den Kopf schießt und ich werde auch nicht müde, es immer wieder zu wiederholen.
Kurz und prägnant. Knackig, sprizige Wahrheit. Es schießt mir in die Gehirnwindungen: Versager. Taugenichts. Nichtsnutz. Parasit. 
Einnisten, verseuchen und die Kurve kratzen. Ähnlich vergleichbar mit einer Malariafliege. (Ok ok,
, Parasit ist vielleicht etwas grenzwertig und schon äußerst böse, aber das einnisten und verseuchen
passt vom Stilmittel meiner Meinung nach einfach fabelhaft)
Was ist los mit den Männern dieser Welt? Entweder lassen sie sich bis sie 30 sind als faule
Taugenichts-Studenten den Arsch von Mutti pudern, vernaschen und verarschen Mädls am laufenden Band oder haben wie bereits erwähnt akuten Deckhaarverlust.
Und wenn es brenzlich wird. "Oh oh…. Gefahr. Uuuuiiiii…. Nichts wie weg hier!" Sagten sie,
packten ihre drei Tshirts und drei Lastwagen voll elektronisches Equipment
(vorzugweise Technik mit Display zum Verblödeln der restlichen sparsamen Gehirnzellen)
und machen sich aus dem Staub. 

Wollen wir zuviel? Streben nach mehr? Sind wir alle Raupe Nimmersatt, die dick und fett auf
der Mauer sitzt und immer mehr Blätter verschlingen will? Bienchen, Bienchen, bring mir
Honig? 
Verlangen wir zuviel? Sind wir nicht auch schuld mit dieser drecksverhurten (Entschuldigt die Wortwahl, aber meine Mutter hat mir gelehrt, die Wahrheit zu sagen. Und ich muss sie sagen, denn wenn nach Gerüchten zufolge Lügen kurze Beine kriegen,
na dann Prost Mahlzeit, dann kann ich mir ab sofort Shorts für den Winter kaufen) Emanzipation selbst schuld an dem Übel??? Haben wir den Karren selbst in den Dreck gezogen? Ich würde ja teilweise fast behaupten: ja!

Und nun? Ganz einfach. Ufpasse! Wir haben den Karren selbst reingezogen. Wer sagt also, dass
 wir ihn nicht auch wieder selbst rausziehen können? Ja, ich möchte sogar so weit gehen, und
behaupten: wir müssen sogar.
Denn wenn auf wem Verlass ist, dann auf einen Selbst. Und so packen wir die letzten Reserven
, lassen Regen, Sturm, Verräter, Hagel, Gewitter und Versager im Matsch stehen
Und wer sagt, dass man so einen Karren nicht mit High Heels und einem pinken Mini-Glitter-
Zylinder (schief auf dem Kopf aufgesetzt) und dem untermalenden so geliebten dreckigen Lachen der versammelten Weibchenschaft ziehen kann.
Wer sagt, dass die Weibchenschaft nicht mal kurz mitanpackt? Der Bernhardiner mit dem
Rumfass? Die Katzen? Alle helfen mit. 
Und der Karren wird mit vereinten Kräften aus dem Dreck gezogen. Und wir sagen JA!
Wir sagen JA zum Fest der Liebe!
Wir sagen JA zu neuen Herausforderungen!
Wir sagen JA zum neuen Tatendrang!
Wir sagen JA zum Primark-Ausflug nächstes Wochenende!
Wir sagen JA zum fabelhaftesten Jahr der Jahre: 2014! Wir begrüßen Dich!

Ich sage JA! Ich sage JA zu meinem Stern mit all seinen Ecken und Kanten, die ihn
einzigartig und unverwechselbar machen, ich sage JA zu einem neuen Lebensabschnitt,
ich sage JA zu einem neuen Zuhause! Und ich sage JA zum Leben! Und ich sage JA, zu
meinen Weibchen! Ich nehm euch mit auf die Reise in ein großartiges Jahr voller Lebensfreude!

Ich sage JA zu den Fußspuren, die ihr in meinem Herzen hinterlässt, den ich liebe sie.

Eure Uschi

Sonntag, 30. Juni 2013

Wie entsteht ein Regenbogen?



Guten Tag meine Damen und Herren,

Schande über mich, neudeutsch: Shame on me…
Was los mit der ollen Zippe? Ständige Vertröstung, ständiges Palabern und dann kommt doch wieder nichts.
Wie geht’s weiter in Uschis bunter Welt? Per Zufall bin ich in den Sphären  meines Smartphons mit meinen kleinen Wurschtfingerl auf ein Lesezeichen gerutscht, dass mich auf die Startseite meines Blogs führte.
Ja, schlimm genug, dass mich ein versehentlicher Fingerzeig darauf aufmerksam machen muss, dass da noch ein kleines, vereinsamtes rosarotes Seitchen von mir im Web kursiert und traurig ohne Beachtung seine Umlaufbahn am Rande des Universums zieht.

Und was sehen meinen kleinen Äuglein auf dem ersten Blick: den vorletzten Blogeintrag „Grandma, I´m in love with you!“.
Die Augen füllen sich… Sie ist endlich angekommen. Sie durfte gehen….Über den Regenbogen hinweg in eine bessere Welt. In eine Welt mit Wildblumenwiese, Sonnenschein und einem schmerzfreien Leben.

Und so sehr ich ihr es seit Jahren gewünscht habe, dass sie erlöst wird vom Schmerz und Leid, so schlimm was es wider rum ihre Hand loszulassen und sie endgültig gehen zu lassen. Eine schlimme Woche brach an mit stundenlangen Krankenbesuche und einem schrecklichen Warten auf das Ende. Ich nutzte die letzten Tage und die frühen, ruhigen Morgenstunden im Krankenhaus, hielt ihre kleine zittrige Hand und nahm Abschied von einer der besten Großmütter der Welt.

Keine gewöhnliche Großmutter, nein, eine Oma mit dem Kopf eines Esels, der die gesamte Familie und Menschheit an der Nase herumführe und sich darüber noch köstlich amüsieren konnte.
Ich kenne keine andere Frau, die die mühsam geernteten Bohnen von ihrem geliebten Mann wegschmiss und ihm heimlich eine Büchse aufmachte und ihm köstliche Bonduell-Böhnchen in einem Butterschwank servierte. Ich kenne keine andere Frau, die die Kartoffelreibe dafür benutzt, eine halbe Kartoffel damit zu reiben, nur damit das Reibeisen demonstrativ dreckig und benutzt im Spülbecken lag und ihr ganzer Elan darin lag, die Verpackung des Netto-Markendiscounts-Knödelteiges zu verstecken.

Auch kenne ich keine Frau, die 66 Jahre ihres Lebens damit verbrachte, heimlich zu rauchen wie ein Schlott in einem Atomkraftwerk. Sobald der geliebte Ehemann ums Eck kam, wurde die Zigarette gekonnt ihn einer ihrer ständig getragenen gelben ärmellosen Jacke versteckt. „Ähhhmmm, Oma, es qualmt aus deiner Jacke!“ Und schwupps, huschte abermals ein gelber, leicht rauchender Blitz im Augenwinkel von dannen.

Ja, so halte ich sie in Erinnerung. Als freche, kecke Lady, die ihre Zeit lieber den wichtigen Dingen des Lebens widmete. Pinker Lippenstift auf Lippe und Zahn, noch eine Pille gegen Falten und Runzeln eingeworfen, rauf aufs weiße Miniradl mit den Pumps und abgebraust zum Friseur. Waschen und legen, bitte. Sie brauste los und alles was von ihr blieb, war eine dezente Duftnote „Vanderbilt“. (Ja, der Duft mit dem Schwan)
Und als sie wiederkam mit walle-walle-Dauerwelle servierte sie ihrem Mann ihr selbstgemachtes Mittagessen mit Gemüse aus dem Garten und widmete ihren Enkel viel Zeit und viel Hubbla Bublera mit Colageschmack.

Und das bleibt mein Bild von ihr. Mit aufgedrehten Haaren fährt sie lachelnd mit pinken Lippenstift und Pumps nun über den Regenbogen und kann endlich nun all das wieder tun, was sie gerne mag. Springen, laufen, lachen und von oben herab ihre kleinen Enkel beschützen und die Fäden spinnen, damit alles wieder ins Lot kommt.

Und so schrecklich diese Woche war, hat es mir auch gezeigt, dass ich wohl doch noch ein kleines Mädchen bin und nicht die taffe, starke Frau bin, die ich gerne wäre.
Ich war wieder das kleine Mädchen, dass mit blonden Pippilangstrumpfzöpfen und Kringelsocken zur Oma runtersauste, um ihr freudestrahlend den neuen Holzhund Waldi vorzuführen und diese vor Begeisterung völlig aus dem Häuschen war und mich mit Extraportionen Schleckereien belohnte.

Eure 
Uschi