altes - beauty - studium/leben - fashion

altes - beauty - studium/leben - fashion
Ein kleines Sammelsurium aus altem Plunder, ein wenig Beauty und SchiSchi, dem dämlichsten Studium der Welt, einem Leben im Schweinsgalopp, garniert mit etwas Kitsch und Schnickschnack!

Sonntag, 30. Juni 2013

Wie entsteht ein Regenbogen?



Guten Tag meine Damen und Herren,

Schande über mich, neudeutsch: Shame on me…
Was los mit der ollen Zippe? Ständige Vertröstung, ständiges Palabern und dann kommt doch wieder nichts.
Wie geht’s weiter in Uschis bunter Welt? Per Zufall bin ich in den Sphären  meines Smartphons mit meinen kleinen Wurschtfingerl auf ein Lesezeichen gerutscht, dass mich auf die Startseite meines Blogs führte.
Ja, schlimm genug, dass mich ein versehentlicher Fingerzeig darauf aufmerksam machen muss, dass da noch ein kleines, vereinsamtes rosarotes Seitchen von mir im Web kursiert und traurig ohne Beachtung seine Umlaufbahn am Rande des Universums zieht.

Und was sehen meinen kleinen Äuglein auf dem ersten Blick: den vorletzten Blogeintrag „Grandma, I´m in love with you!“.
Die Augen füllen sich… Sie ist endlich angekommen. Sie durfte gehen….Über den Regenbogen hinweg in eine bessere Welt. In eine Welt mit Wildblumenwiese, Sonnenschein und einem schmerzfreien Leben.

Und so sehr ich ihr es seit Jahren gewünscht habe, dass sie erlöst wird vom Schmerz und Leid, so schlimm was es wider rum ihre Hand loszulassen und sie endgültig gehen zu lassen. Eine schlimme Woche brach an mit stundenlangen Krankenbesuche und einem schrecklichen Warten auf das Ende. Ich nutzte die letzten Tage und die frühen, ruhigen Morgenstunden im Krankenhaus, hielt ihre kleine zittrige Hand und nahm Abschied von einer der besten Großmütter der Welt.

Keine gewöhnliche Großmutter, nein, eine Oma mit dem Kopf eines Esels, der die gesamte Familie und Menschheit an der Nase herumführe und sich darüber noch köstlich amüsieren konnte.
Ich kenne keine andere Frau, die die mühsam geernteten Bohnen von ihrem geliebten Mann wegschmiss und ihm heimlich eine Büchse aufmachte und ihm köstliche Bonduell-Böhnchen in einem Butterschwank servierte. Ich kenne keine andere Frau, die die Kartoffelreibe dafür benutzt, eine halbe Kartoffel damit zu reiben, nur damit das Reibeisen demonstrativ dreckig und benutzt im Spülbecken lag und ihr ganzer Elan darin lag, die Verpackung des Netto-Markendiscounts-Knödelteiges zu verstecken.

Auch kenne ich keine Frau, die 66 Jahre ihres Lebens damit verbrachte, heimlich zu rauchen wie ein Schlott in einem Atomkraftwerk. Sobald der geliebte Ehemann ums Eck kam, wurde die Zigarette gekonnt ihn einer ihrer ständig getragenen gelben ärmellosen Jacke versteckt. „Ähhhmmm, Oma, es qualmt aus deiner Jacke!“ Und schwupps, huschte abermals ein gelber, leicht rauchender Blitz im Augenwinkel von dannen.

Ja, so halte ich sie in Erinnerung. Als freche, kecke Lady, die ihre Zeit lieber den wichtigen Dingen des Lebens widmete. Pinker Lippenstift auf Lippe und Zahn, noch eine Pille gegen Falten und Runzeln eingeworfen, rauf aufs weiße Miniradl mit den Pumps und abgebraust zum Friseur. Waschen und legen, bitte. Sie brauste los und alles was von ihr blieb, war eine dezente Duftnote „Vanderbilt“. (Ja, der Duft mit dem Schwan)
Und als sie wiederkam mit walle-walle-Dauerwelle servierte sie ihrem Mann ihr selbstgemachtes Mittagessen mit Gemüse aus dem Garten und widmete ihren Enkel viel Zeit und viel Hubbla Bublera mit Colageschmack.

Und das bleibt mein Bild von ihr. Mit aufgedrehten Haaren fährt sie lachelnd mit pinken Lippenstift und Pumps nun über den Regenbogen und kann endlich nun all das wieder tun, was sie gerne mag. Springen, laufen, lachen und von oben herab ihre kleinen Enkel beschützen und die Fäden spinnen, damit alles wieder ins Lot kommt.

Und so schrecklich diese Woche war, hat es mir auch gezeigt, dass ich wohl doch noch ein kleines Mädchen bin und nicht die taffe, starke Frau bin, die ich gerne wäre.
Ich war wieder das kleine Mädchen, dass mit blonden Pippilangstrumpfzöpfen und Kringelsocken zur Oma runtersauste, um ihr freudestrahlend den neuen Holzhund Waldi vorzuführen und diese vor Begeisterung völlig aus dem Häuschen war und mich mit Extraportionen Schleckereien belohnte.

Eure 
Uschi

Kommentare:

  1. Anonym6/30/2013

    Liebe Uschi,

    wie leid es mir tut mit deiner Oma. Auch wenn es das Beste war.
    Ich finde es aber sehr schön geschrieben.
    Du hast eine Gabe, Wörter wundervoll in eine Textform zu packen und triffst dabei auch bei ernsten Themen immer den richtigen Ton.

    Viele Grüße, Karin

    AntwortenLöschen
  2. Lockenkopferl6/30/2013

    Ach Uschi ,
    jetzt sitz ich hier , aus meinen Äuglein regnet es und um die Mundwinkel tanzt ein kleiner Sonnenschein - Regenbogen.

    AntwortenLöschen
  3. du hast das sehr schön geschrieben, aber es dauert die traurigkeit zu überwinden. aber ich weiss deiner oma geht es jetzt bestimmt sehr gut!
    LG

    AntwortenLöschen